Logo des Fotoclubs Weil der Stadt

Die Besucherin   Fotograf: Anja Klein


Aktuelles

 

Jeden 2. Donnerstag im Monat findet der monatliche Clubabend statt.
Wir treffen uns um 20 Uhr im "BürgerTreff" in Weil der Stadt, Stuttgarter Str. 34.


Die nächsten Treffen sind an oben genannter Stelle am 8. Oktober 2026 und am 12. November 2026.


Interessenten sind herzlich willkommen.

 

 

 


 

 

 

Geplante Aktionen

 

Freie Bildbesprechung und Besprechung der Ausstellungsfotos
Organisation unserer Ausstellung in der Wendelinskapelle
Aufbau unserer Ausstellung ab 09.10.2026 in der Wendelinskapelle
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Fotoausstellung 2026

 

Hängematte für die Seele in der Wendelinskapelle in Weil der Stadt

 

Vater Dr.med. Adrien Proust attestierte seinem Sohn Marcel eine gefährliche Neurasthenie, eine tiefe psychische Erschöpfung. Der aber zog dem verordneten Sanatorium den Rückzug in die Stube zu Lindenblütentee vor, in den er genüsslich seine Madeleines tunkte. Die heilende Wirkung blieb nicht aus, denn Gefühle und Erinnerungen stiegen mit der sinnlichen Erfahrung in ihm auf und bescherten ihm neuen inneren Antrieb.
Nicht jeder kann sich wie der Schriftsteller ins Bett legen. Termindruck und Sorgen treiben die meisten Menschen um. Deshalb lädt der Fotoclub Weil der Stadt am Wochenende ein zu seiner neuen Ausstellung in der Wendelinskapelle. In diesem Jahr haben die Clubmitglieder sich durch ihre Lektüre zu neuen Fotos inspirieren lassen. Fünfzig Bilder an den Wänden und fünfzig ausgelegte Bücher entführen in ein Refugium jenseits von globaler Wirrnis und Hektik.
Das Credo des Fotoclubs lautet: Fotos frieren den glücklichen Moment ein und vermögen es, ähnlich zu wirken wie die berühmten Madeleines. Und die Konzentration beim Blick durch den Sucher der Kamera wurde gesteuert durch ein gelasseneres Weltbild, das sich aus eigenständiger Buchlektüre entwickelt hat. Im Séparée der Kapellenatmosphäre könne, sagt der Clubchef Matthias Fink, kontemplative Selbstheilung geschehen. Ja, ferne vom Radau in Social Media.
Das Spektrum der initialisierenden Bücher reicht von Otfried Preußler über Samuel Beckett, Brian Sewell, Georges Simenon und Henri Charrière bis zu Friedrich Dürrenmatt. Und als Fotomotive treten auf frischgewaschene Wäsche, Familienzwist, Weißwandreifen, Tourteilnehmer und Hunde und Katzen und Esel.
Das versprochene Stimmungsreset kann seinen Anfang nehmen bei der Vernissage am Sonntag, 11. Oktober 2026, um 11 Uhr in der Wendelinskapelle (Herrenberger Str. 17). Bis zum 1. November bleibt die Ausstellung samstags, sonntags und feiertags jeweils von 11 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.


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Wir über uns

 

Es ist eine Kunst, der hitzigen Hast der Zeit Einhalt zu gebieten.
Die Kamera schluckt, sobald der Auslöser gedrückt wird, den Augenblick und gefriert ihn unverlierbar ein. Wer knipst, verwandelt sich in einen Magier, falls er den bedeutsamen Moment erwischt: den Nebelhauch über den Gräsern, das scheue Lächeln der Passantin, den explosiven Aufprall der Regentropfen auf dem Asphalt.
Hinter der Kamera wird die Beschaffenheit der Welt befragt. Hinter der Kamera bereichert sich´s mit gesunder Gier ohne Schaden für Welt und Mitmenschen. Empathie und Reflexion stellen sich ein.
Fotografinnen und Fotografen halten die Kamera solistisch zwischen sich und die Welt. Zusammen in einen Club passen sie eigentlich nicht. Zu verschieden! Den Schärfefanatikern und den Dokumentaristinnen kann die Pleuelstange der Lokomotive gar nicht scharfkantig genug glänzen. Die Romantikerinnen und die Lyriker dagegen baden im hellen Flirren verschwimmender Flügelkonturen. Die Sozialkritiker sehen nicht, worauf die Naturphilosophinnen schauen. Die Alltagskriegsreporterinnen wundern sich über die Aktfotografen.
Und eben das beflügelt uns seit 1993, wenn wir einander unsere Fotos zeigen. Es ist zum Staunen, was die anderen gesehen haben. Die Konfrontationen bewahren uns davor, fühllos und gedankenlos zu werden. Ja, auch im Club gilt, dass Herrlichkeit das Jahr säumt, wie Friederike Mayröcker sagt.
Ohne Lernprozesse, die Bildgestaltung, Kameratechnik und Bildbearbeitung betreffen, geht aber nicht genug voran. Wir verfügen in unseren Reihen über Spezialistinnen und Spezialisten für rigoros klugen Bildbeschnitt, raketenhafte Bildprozessierungsbrillianz, raffinierte Studiobeleuchtung und gelassenste Flaneursnonchalance.
Wir besitzen ein Schwarz-Weiß-Labor, einen Beamer, eine Galeriewolke im Internet und noch viel mehr.
Höhepunkt jedes Jahres ist die Ausstellung in der Wendelinskapelle. Einmal sind wir viruspandemiehalber ins Freie ausgewichen.
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